Motor und Radsportverein Ichenheim e.V. im ADAC

 

 

 

Es war im Frühjahr 1954. Auf der Aschenbahn auf dem Ichenheimer Sportplatz fand eine Radsportveranstaltung des Radfahrvereins Ichenheim statt. Unter den Mitwirkenden und Helfern befand sich auch die Motorradgruppe des Vereins, die späteren Gründungsmitglieder des MSI, Motorsportverein Ichenheim.

Diese hatten damals auch ihren Auftritt mit ihren Motorrädern.

Nach getaner Arbeit wollten sich die jungen Herren noch etwas gönnen. Ihr Rädelsführer, Erich Feger machte sich auf den Weg zur Getränkeausgabe. Unglücklicherweise hatte hier sein Vater, der Feger Adolf Dienst.

Also der Erich dachte wohl, der Radfahrverein müsste wohl für die Helfer und Teilnehmer aus der Motorradgruppe eine Flasche Wein springen lassen. Doch der Alter Herr spielte nicht mit. Als Vorstandsmitglied des Radfahrvereins hatte er ja auch was zu sagen.

 

Eine heftige Diskussion erhob sich. Es kam wie es kommen musste, zum großen Knall. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Sein Junior erhielt vor versammelter Mannschaft eine Ohrfeige die sich gewaschen hatte!

Und das im blühenden Alter von 25 Jahren.

Die Konsequenz war, der Junior scharte seine Kollegen um sich und kurze Zeit später war er entstanden, der Motorsportverein Ichenheim kurz MSI.

 

Wer kennt sie noch, die Gipshelme die die flotten Herren damals auf dem Kopf trugen als sie den Schollen unsicher machten, die Kiesgrube hinter der Schule bevölkerten uns an so manchem Fasentsumzug ihre Motorräder zur schau stellten.

 

Am 18.05.1954 war es soweit. Um 21:00 Uhr erblickte der MSI das Licht der Welt. Nach geheimer Wahl stand folgende Vorstandschaft fest:

 

          1. Vorstand                                                     Max Reichenbach

    2. Vorstand                                                     Rudi Romahn

    Schriftführer                                                    Walter Rieber

    Kassierer                                                        Erich Stückle

1. Fahrwart                                                     Erich Feger

       2. Fahrwart                                                     Oßwald Fässler

1. Beisitzer                                                      Kurt Fäßler

 2. Beisitzer                                                      Willi Biegert

   3. Beisitzer                                                      Alfred Fäßler

 

Als weitere Gründungsmitglieder werden in der Chronik geführt:

 

     Leo Kops                                                        Konrad Jäger

        Ernst Hürster                                                    Manfred Jäger

Willi Fäßler                                                     Heinz Fink

               Manfred Kopf                                                 Heinrich Ackermann

    Kurt Stein                                                       Richard Reith

    Julius Erb                                                        Walter Müller

  Heinz Merten                                                  Hans Wälde

         Roderich Schlißke                                           Friedrich Arnold

 Wilhelm Fütterer                                             Bruno Stein

    Rudi Raabe                                                     Otto Marzluff

Alex Kühne                                                     Adolf Feger

 

 

 

Die erste eigene Veranstaltung des jungen Vereins war eine Fuchsjagd, die am 19. September 1954 stattfand. Diese Veranstaltung erzielte eine große Resonanz auch bei weiter entfernten Motorsportvereinen, so dass in den folgenden Jahren die Aktiven des MSI auch vielen Veranstaltungen teilnahmen.

 

In der Zeit bestand eine enge Verbundenheit zum Reiterverein Ichenheim, so dass die Winterveranstaltungen zusammen durchgeführt wurden. Auch das Gelände der Kiesgrube wurde gemeinsam genutzt. Wie sich in dieser Zeit die Motorisierungsart der Bevölkerung änderte, vollzog sich auch ein Wandel im Verein. In dem aus reinen Motorradfahrern bestehenden Verein übernahmen nun die Besitzer von Automobilen den Part als aktive Sportler. So wurden Geschicklichkeitsturniere, Slalomveranstaltungen und Rallyes das Betätigungsfeld der Aktiven. Dies verlangte eine Einbindung des Vereins in einen Dachverband, welcher in dem R.K.B. Solidarität gefunden wurde. So organisiert war es den Mitgliedern nun auch möglich, auf Landes- und Bundesebene Erfolge einzufahren.

Dies war die Zeit, in der der Grundstein für eine erfolgreiche Epoche des Vereins gelegt wurde. Mit Franz Becht stellte der Motorsportverein im Slalomsport den ersten Deutschen Meister in seiner Vereinsgeschichte. Aus dieser Zeit stammen auch die großen Erfolge von Karl-Heinz Köcher im Geschicklichkeitssport und die Erfolge von Manfred und Willi Kopf im Rallyesport.

Genau in dieser Zeit vollzog sich auch die Fusion mit Radfahrverein, die dem Verein einen neuen Namen gab:

 

Motor- und Radsportverein Ichenheim

 

Die Vereinsführung als 1. Vorsitzender hatte zu dieser Zeit der heutigen Ehrenvorsitzende Willi Stocker inne.

 

Mitte der 70er Jahre wurde es etwas ruhiger um das Vereinsgeschehen bis 1977 der erste Slalom am Rhein stattfand.

Diese Veranstaltung zog überwältigend viele Zuschauer in den Bann, so dass der Slalom am Rhein in den folgenden Jahren nicht mehr aus dem Vereinsgeschehen wegzudenken war. Ebenso war die „Ried-Rallye“ in dieser Zeit Anziehungspunkt für viele Teilnehmer auch aus dem weiteren Umland. Hessische und bayrische Fahrer waren an dieser Großveranstaltung am Start.

 

Auch die aktiven Fahrer waren zu dieser Zeit nicht untätig. Mit den damaligen Aktiven Roland Becht, Gerd Marks, Arnold Wiegele, Helmut Schäfer, Manfred Seebacher, Arno Schlißke, Thomas Breunig, Ingrid Feger, Peter und Lothar Leonard, Karl-Heinz Köcher, Frank Wendle, Werner Brüderle, Rolf Mielke, Albert Veith, Fredi Feger, Brigitte und Rolf Feger wurden die größten Erfolge in der Vereinsgeschichte erzielt. Mehrere Bezirks- und Landesmeister sowie viele Deutsche Meistertitel wurden von den Aktiven in dieser Zeit eingefahren. Roland Becht erhielt aufgrund seiner überragenden Erfolge im Motorsport den goldenen Ehrenring des RKB Solidarität verliehen, eine äußerst seltene und hohe Auszeichnung in Deutschland.

Der 1. Vorsitzende hieß zu dieser Zeit Manfred Kopf, der den Motor- und Radsportverein Ichenheim zu einem der erfolgreichsten Motorsporttreibenden Vereine im Sportverband Solidarität machte. In seiner Amtsperiode fiel auch das 25-Jährige Jubiläum 1979 und die Verlagerung des Vereins auf ein zweites Standbein, den Radsport. Das Volksradfahren und das damalige traditionelle Hobbyrennen sind seiner Initiative zuzuweisen. Aufgrund seiner Verdienste um den Verein wurde er zu Ehrenvorsitzenden ernannt und erhielt zu seinem 60. Geburtstag die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen.

 

Aufgrund der gestiegenen Kosten sowie erhöhter Schwierigkeiten bei der Genehmigungserteilung geriet der Motorsport innerhalb des Vereins in den letzten Jahren immer weiter in den Hintergrund. Der Fahrradsport beherrscht im Moment mit dem Volksradfahren und der Mountainbikegruppe der Vereinsjugend das Geschehen.

 

Erst in den letzten Jahren ist es dem ehemaligen Vorsitzenden Albert Veith wieder gelungen einen Slalom am Rhein zu organisieren. Dem Erfolg dieser Veranstaltung ist es zu Verdanken das der Ried Slalom wieder zu einem festen Termin in unserem Veranstaltungskalender geworden ist. 

 

Wir danken den Gründern sowie allen Mitgliedern, Freunden und Gönnern des Vereins, die dazu beigetragen haben, den Motor- und Radsportverein Ichenheim weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannt zu machen, sei es im sportlichen wie auch im kulturellen Bereich.